Alegria Cantar nach Bolivienreise wieder in heimatlichen Gefilden gelandet
Gladbecker VHS-Chor mit faszinierenden Eindrücken glücklich und erschöpft zurück
Am 6.8. ist der Gladbecker VHS-Chor Alegria Cantar nach insgesamt 19 Stunden Flugdauer über Santa
Cruz und Miami von seiner zweiwöchigen Bolivienreise, angefüllt mit zahlreichen Erlebnissen, zurückgekehrt.
Die 25 Teilnehmer des Chores unter der Leitung von Hernando Riaño und Askan Geisler, dem begleitenden Pianisten, folgten der Einladung des Kultusministers von La Paz, Walter Gómez Méndez, der den Chor während einer Deutschlandreise im letzten Jahr kennen gelernt und im Rahmen der Festlichkeiten anlässlich der 200jährigen Kulturrevolution Boliviens in den Regierungssitz La Paz eingeladen hatte.
Die erste Woche war angefüllt mit umfangreichen Proben für das zweistündige Konzert im Teatro Municipal von La Paz. Vor einem großen, begeisterten Publikum konnte der Chor mit seinem Repertoire aus größtenteils deutschen und spanischen Liedern brillieren. Besonderen Anklang fanden der ‚Coro del Nabucco’ sowie die ‚Ode an die Freude’ und das dort allseits bekannte bolivianische Lied ‚Para tu mirar’. Auch die italienischen Soli von Hernando Riaño, Jan Lindell und Alois Geldermann brachten begeisterten Applaus hervor. Am Ende der zweiten Woche gab es ein gemeinsames Konzert mit dem Chor ‚Sociedad Coral Boliviana’ aus La Paz im Ministerio Cultural, welches allen viel Freude bereitete und zur Völker verbindenden Kommunikation beitrug.
Die Stadtverwaltung hatte eine informative Stadtrundfahrt u.a. zum höchsten Aussichtspunkt der zwischen 3600 und 4000 m hoch gelegenen Stadt mit Blick auf den Illimani (6439 m) inclusive Besichtigung des ‚Valle de la Luna’ (Mondtal) und einem schmackhaften Mittagessen in einem Salteña-Restaurant organisiert; außerdem gab es eine Rundfahrt durch ‚La Paz by night’, eine Fahrt nach Tiwanaku zu Inka-Ausgrabungen sowie einen unterhaltsamen Abend in einer Peña mit (etwas zu lauter) folkloristischer live-Musik. Im Gedächtnis bleiben wird auch der riesige, bunte, von Studenten gestaltete Festumzug durch die Innenstadt (‚Entrada Folklorica Universitaria’), bei dem folkloristische und native Tänze und Riten der indigenen Bevölkerung Boliviens gezeigt werden.
Die zweite Woche war geprägt von zwei mehrtägigen Fahrten in die Umgebung von La Paz. So verbrachten die Chormitglieder knapp zwei Tage im Sajama-Nationalpark, nur umgeben von einzelnen Lehmhütten, Lama- Alpaca- und Vicuña-Herden, wo sie in der von einer ökologischen Kooperative betriebenen Albergue Tomarapi wohnten. Die Abende ohne Strom, nur mit Kerzenschein und Kaminfeuer auf einer Höhe von 4300m in absoluter Einsamkeit am Fuße des Sajama - Boliviens höchstem Berg, einem erloschenen Vulkan (6542 m) - waren gewiss einzigartig. Eine Wanderung über die salzverkrustete Steppe bei eiskaltem Wind und ein Bad in den heißen Thermen sowie die authentische musikalische Darbietung der Dorfbewohner am Abend mit Panflöten, Trommel und Tanz waren weitere unvergessliche Höhepunkte.
Die zweite Fahrt führte die Gruppe zum Wallfahrtsort Copacabana nah der peruanischen Grenze am 3800m hoch gelegenen Titicacasee, der mit seinen 8400 Quadratkilometern dreizehn Mal so groß ist wie der Bodensee. Bunte Straßenmärkte, die große Kathedrale mit der berühmten Schwarzen Madonna und die damit verbundenen religiösen Festivitäten, eine Bootsfahrt zur Isla del Sol und das Verspeisen von roten Forellen aus dem See prägten diesen zweitägigen Ausflug.
Am letzten Tag fuhr noch eine kleine Gruppe des Chores über einen 5000 m hohen schneebedeckten Pass nach Coroico, ein ‚nur’ 1700 m hoch gelegenes Dschungeldorf, wo sie eine völlig andere, blumenreiche Vegetation bei Wärme überraschte.
Sehr viele Eindrücke werden allen Chormitgliedern im Gedächtnis haften bleiben, sei es die unendlich wirkende Weite des Landes mit ihrer faszinierenden, wenn auch äußerst kargen Bergwelt, ihren Steppen und Tieren oder die uns fremden indigenen Menschen (Quechuas und Aymara), aber auch die Armut, der Schmutz und die Einfachheit in vielen Bereichen, der unbeschreibliche Straßenverkehr und Lärm der Großstadt. Nicht zuletzt jedoch werden alle die Herzlichkeit und Freundlichkeit bei vielen persönlichen Begegnungen, die der Chor erfahren hat, in Erinnerung behalten. Obwohl das Höhenklima allen Chormitgliedern bis zum Schluss mehr oder weniger zusetzte und zwei Reisemitglieder von Diebstählen betroffen waren, ist sich Alegria Cantar einig: Es war eine unvergessliche, äußerst erlebnisreiche Reise in eine andere Welt, dessen Eindrücke alle noch lange verarbeiten müssen!
Da der Chorleiter Hernando Riaño – wie berichtet – ein Jahr in seiner Heimat Kolumbien verbringt, wird nun Christián Carrasco aus Chile die Arbeit mit dem Chor weiterführen. Neumitglieder sind herzlich eingeladen an den Proben in der Musikschule (1. Termin verschoben auf den 26.8., 19 Uhr!) teilzunehmen oder zunächst einmal hineinzuschnuppern!















